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Die Hebung der Kursk

Auftraggeber:

Mammoet

Die Bergung der Kursk aus der Barentssee wurde auch durch das Know-How der Essener Ingenieurgemeinschaft IgH möglich.

Aufgaben der IgH:

  • Im Juni 2001 beauftragt das holländische Bergungsunternehmen Mammoet die IgH zunächst mit der mathematischen Modellierung der Wellenkompensatoren - 104 riesige Pneumatikzylinder mit jeweils 32 angeschlossenen Gasflaschen. Die Anlage weist ein Gesamtvolumen von knapp 200.000 Litern auf und wird mit Stickstoff bei Drücken zwischen 100 und 160 bar betrieben. Ihr Zweck ist es, eine möglichst gleichmäßige Straffung der Hebetrossen zu gewährleisten.
  • Aufbauend auf diesem Modell entwickelt die IgH dann das komplette Steuerungs- und Software-Konzept für die Bergung und setzt es mit Spezialisten der holländischen Firma Raster um.
  • Zum Training der Operatoren, welche die fünf Steuerungsrechner in der Leitzentrale bedienen, wird außerdem in Essen ein vollständiges Simulationsmodell des gesamten Hebevorganges erstellt.
    Bestandteil des Simulationsmodells sind:
    • die Bewegungsgleichungen von Bergeponton und Kursk in jeweils allen sechs Freiheitsgraden unter Berücksichtigung der hydrodynamischen Kräfte der Wellenbewegung,
    • das thermodynamische Modell
    • und das mechanische Modell der Kompensatoren und Hebeeinrichtungen. (Wir bedanken uns auf diesem Wege für die tatkräftige Unterstützung bei Prof. Dr. Sharma und seinem Assistenten Rupert Henn vom Institut für Schiffstechnik der Uni Duisburg.)
    • das vollständige Modell der SPS inklusive der angeschlossenen Sensoren und Aktoren,
    • sowie die Schnittstelle zu den Steuerungsrechnern.

  • Über diese Schnittstelle ist es möglich, die Steuerungsrechner wahlweise an den SPS im Feld oder am Simulator zu betreiben. Neben dem Training für diese einmalige Aktion, bei der natürlich alles beim ersten Mal funktionieren muß, ist es so auch möglich, die optimalen Reaktionen auf gefährliche und unerwartete Situation im voraus zu bestimmen, sowie verschiedenene Bergungsszenarien durchzuspielen.
  • In dem 52-köpfigen europäischen Bergungsteam an Bord sind Dr. Rotthäuser und Dr. Hagemeister unter Holländern, Belgiern, Schotten, Norwegern und Russen für das Management der Stickstoffcontainer zuständig.
  • Besondere Features in der Steuerungssoftware der IgH sind die automatische Berechnung der optimalen Lastverteilung in den 26 Trossensträngen, an denen die Kursk aufgenommen wird und ein speziell entwickelter Regelalgorithmus, der die Gasenergie in den einzelnen Wellenkompensatoren korrespondierend zur optimalen Last einjustiert. Dieses Verfahren stellt die Voraussetzung für das sichere Beherrschen des Bergevorgangs bei Wellenhöhen bis zu 3 Metern dar.

Auskunft erteilt: Dr.-Ing. S. Rotthäuser
oder Dr.-Ing. W. Hagemeister




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